Belleville war nicht immer Paris. Bis zur Eingemeindung 1860 war der Ort eine eigenständige Gemeinde, dann kam er zur Hauptstadt und wurde zwischen dem 19. und dem 20. Arrondissement aufgeteilt. Geblieben ist eine Steigung, die die Pariser gut kennen : Straßen, die ansteigen, Treppen, kleine Privatstraßen und Sackgassen, in denen niedrige Häuser überdauert haben. Die Tretunterstützung nimmt diesen Steigungen ihre Schärfe ; geblieben sind die Freude an der Steigung und der Blick von den Terrassen des parc de Belleville über die Dächer. In der rue de Belleville hält eine Tafel die Legende am Leben, Édith Piaf sei auf den Stufen eines Hauses zur Welt gekommen, während ihre Geburtsurkunde das hôpital Tenon nennt.
Das Viertel schmeckt man so, wie es besiedelt wurde: in Schichten. Zu den alten Bistros, die von Familien aus der Auvergne geführt wurden, kamen im Lauf des zwanzigsten Jahrhunderts die Küchen Nordafrikas hinzu, dann die der chinesischen und südostasiatischen Familien rund um den Boulevard de Belleville und seinen Markt unter freiem Himmel. Seit rund fünfzehn Jahren gesellt sich eine Generation von Geschäften und Handwerksbetrieben hinzu, die vom Spezialitätenkaffee, von Winzerweinen und vom Bistro mit eigener Handschrift kommt. Genau diese Schichtung können Sie auf der Tour verkosten, ohne dass wir eine Rangfolge aufstellen.
Belleville war auch einmal Weinland. An diesen Hängen wuchs ein einfacher Wein, den man in den Guinguetten trank, den Ausflugslokalen vor dem mur des Fermiers généraux (der Pariser Zollmauer), dort, wo er der Einfuhrsteuer nach Paris entging. Heute setzt sich die Geschichte im Keller fort, mit Winzerweinen, die mit begrenzten Eingriffen ausgebaut werden. Wenn ein Stopp ein Glas vorsieht, bleibt die Verkostung von Alkohol freiwillig und durch ein alkoholfreies Getränk ersetzbar ; sie wird vom Weinhändler in seinem Geschäft serviert, und vor der Weiterfahrt wird nicht getrunken : Radfahren verlangt, auch mit Tretunterstützung, dieselbe Nüchternheit wie das Führen jedes anderen Fahrzeugs. An Minderjährige werden keine alkoholischen Getränke ausgeschenkt.
Drei Formate stehen zur Wahl. Der Streifzug, rund drei Stunden, ein Viertel, fünf bis sechs Stopps, ab 95 Euro pro Person. Die große Tour, rund vier Stunden, sechs bis sieben Stopps, ab 145 Euro pro Person. Privat und Gruppe, auf Anfrage, ab sechs Personen. Diese Beträge verstehen sich inkl. MwSt. und umfassen die Verkostungen, die von den gastgebenden Handwerksbetrieben serviert werden, sowie die Nutzung eines E-Bikes und eines Helms. Der endgültige Preis, der Termin und der genaue Inhalt der Tour werden Ihnen vor jeder Zahlung schriftlich bestätigt.